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Restauration und Erhalt meiner DDR-Feuerwehrfahrzeugtechnik

Robur LO 2002 A LF-8


In diesem Zustand habe ich das Fahrzeug vor dem Kauf auf dem Bauhof in Oppurg besichtigt:


Ich staunte nicht schlecht, dass sogar die TS-8 noch auf dem Fahrzeug war:


Zur Historie des Fahrzeugs: Es ist Baujahr 1974 und wurde nach seiner Fertigung an die Werksfeuerwehr des VEB "Rottasym Pößneck" ausgeliefert. Dort wurde es am 13.08.1974 mit dem polizeilichen Kennzeichen NF 84 - 22 zugelassen. Irgendwann Mitte/Ende der 80er Jahre hat das Fahrzeug eine Generalreparatur durchlaufen. Wann genau, konnte ich bis jetzt noch nicht nachvollziehen. Danach lief das Fahrzeug noch bei der Werksfeuerwehr des VEB "Rotasym Pößneck" bis zu dessen Auflösung. Am 09.04.1992 wurde das Fahrzeug von der Gemeinde Oppurg für die dortige FFW erworben, wo es mit dem polizeilichen Kennzeichen PN 2108 bis zu seiner Außerdienststellung am 08.01.2010 seinen Dienst versah. Am 18.02.2010 habe ich dann das Fahrzeug von der Gemeinde Oppurg erworben. Bei meiner Bewerbung bei der Bürgermeisterin der Gemeinde habe ich schriftlich begründet, dass ich das Fahrzeug nur erwerben möchte, weil ich es in Eigenleistung als historisches Einsatzfahrzeug erhalten und wiederherrichten will. Dadurch erhoffte ich mir, dass eventuell noch das ein oder andere alte Ausrüstungsstück, selbst wenn es unvollständig oder defekt gewesen wäre, noch auf dem Fahrzeug geblieben wäre. Aber das war leider nicht der Fall. Im Gegenteil: Man hat selbst noch die beiden Wagenheber und das Radkreuz entfernt. Hätte ich bei der Überführungsfahrt einen platten Reifen gehabt, wäre es richtig peinlich geworden. Und DAS mit einem Behördenfahrzeug, welches noch wenige Wochen zuvor im Einsatz war. Ich muss allerdings sagen, dass ich nicht danach gesehen hatte, weil ich davon ausgegangen bin, dass Radkreuz und Wagenheber zur Mindestausstattung eines jeden Kfz gehören, noch dazu bei einem Behördenfahrzeug.

Die absolute Krönung ist der Kfz-Brief! In diesem ist ein Dieselmotor eingetragen. Als ich dann den LO anlassen wollte, stellte ich fest, dass darin niemals ein Dieselmotor sondern ein gewöhnlicher Benzinmotor verbaut war, wie beim LF-8 eben üblich. Als ich den Kollegen des Bauhofes daraufhin ansprach, meinte er, das könne nicht sein. In dem Fahrzeug sei ein Dieselmotor. Worauf ich erwiderte, dass es sich hierbei eindeutig um einen Benzinmotor handelt und ob man mich verarschen wolle! Daraufhin sprang er wild umher und sagte, es müsse sich wohl um das falsche Fahrzeug oder die falschen Papiere handeln. Worauf ich letztmalig erwiderte, dass ich den Brief mit dem Fahrzeug eben abgeglichen hätte und die Fahrgestellnummer, die Aufbaunummer, selbst die Nummer der Anhängerkupplung alle exakt mit dem Brief überein stimmen und alle mit dem Jahr 1974 geprägt sind, welches ja dem Baujahr des Fahrzeuges entspricht! ... Kopfschütteln bei dem Bauhofmitarbeiter ...

Es ist für mich unvorstellbar, dass von 1992 bis 2010 weder der Wehrführer, noch die zuständigen Maschinisten, noch die TÜV-Prüfer und Gutachter festgestellt haben, dass in dem Fahrzeug kein Dieselmotor sondern ein Benzinmotor verbaut ist! Auf meine Frage hin, ob denn wenigstens noch soviel Kraftstoff im Tank ist, um bis nach Rudolstadt zu kommen, oder ob ich besser noch mal tanken müsste, sagte er mir "Laut Anzeige ist der Tank voll, das dürfte also kein Problem sein".

Man versicherte mir, dass das Fahrzeug voll fahrtauglich ist, und per Achse überführt werden kann, da es ja noch bis zum Schluss im Dienst war. Die anschließende Überführungsfahrt war der Horror! Das Fahrzeug sprang nicht mehr an, weil die Batterie leer war. Obwohl man seit 3 Wochen wusste, dass ich den LO kaufe, mussten wir ihn mit einem Starterwagen erstmal zum laufen kriegen. Der Motor war in einem so erbärmlichen Zustand, dass der LO nur im 1. und 2. Gang mit 10 bis 15 km/h zu bewegen war, bis das Fahrzeug in der Ortslage Heilingen auf einer Steigung in einer Engstelle liegen blieb! Ab da ging es nur noch mit vorgespanntem Traktor bis Großkochberg in die Halle.

Noch am selben Nachmittag schaute sich mein Freund Jens S. (Kfz-Meister und LO-Spezialist) den Motor mal an. Dabei stellten wir fest, dass 2 Zylinder hohen Ölverlust hatten, dass Kurzgewindekerzen im Motor waren und die Beschleunigerdüse des Vergasers ebenfalls im Eimer war. Die Zündkabel sowie der Zündverteiler spotteten jeglicher Beschreibung! Nachdem wir das alles ersetzt hatten, schnurrte der LO wieder wie ein Kätzchen...


Warten auf den Traktor. Ein Wunder, dass die Abschleppstange nicht auch noch vom Fahrzeug entfernt wurde:


Mein Neffe Paddy wollte mal schauen, ob wenigstens der originale Wagenheber noch vorhanden ist, aber wie zu erwarten, fehlte der natürlich... An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Paddy bedanken, weil er mir die Überführungskennzeichen besorgt hat und mein Auto von Oppurg mit zurückgefahren hat. Danke lieber Paddy!




Mit Hilfe des Traktors sind wir dann irgendwann in Kochberg angekommen:


Die Vorbaupumpe scheint noch funktionstüchtig zu sein:

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